Unsere antworten auf die häufigsten fragen

Was macht den Naturpark Rätikon einzigartig?

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Die Berglandschaft des Rätikons in der Schweiz, in Vorarlberg und Liechtenstein ist wie geschaffen für einen internationalen Naturpark. Das zeigt die 2019 vorgestellte Machbarkeitsstudie. Die reiche Natur- und Kulturlandschaft des Rätikons sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegenheiten in der Region bilden eine sehr gute Basis für die gemeinsame weitere Entwicklung in einem Naturpark. Das Gebiet würde 30 Gemeinden umfassen. Einzigartig wäre der Naturpark Rätikon, weil er sich über drei Länder erstrecken würde und weil er mit einer Fläche von über 1100 Quadratkilometern der grösste Naturpark im Alpenraum wäre.

Welche Gemeinden sind am Projekt beteiligt?

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In der Schweiz sind alle zehn Gemeinden im Prättigau am Projekt beteiligt: Conters, Fideris, Furna, Grüsch, Jenaz, Klosters-Serneus, Küblis, Luzein, Schiers und Seewis. Der Kanton Graubünden und der Bund unterstützen die Projektentwicklung mit Mitteln aus der Neuen Regionalpolitik sowie des bei Naturpärken federführenden Amts für Natur und Umwelt.

In Liechtenstein ist der Internationale Naturpark Rätikon ein Projekt aller elf Gemeinden in enger Zusammenarbeit mit dem Land. In Vorarlberg sind neun Gemeinden im Montafon, im Walgau und im Brandnertal beim Projekt dabei; auch hier spielt das österreichische Bundesland Vorarlberg eine massgebende Rolle.

Hier finden Sie eine Karte des Parkgebiets.

Warum ein Naturpark?

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  • Weil 30 Gemeinden in 3 Ländern im grössten Naturpark der Alpen an einem Strick ziehen.
  • Weil Natur, Landwirtschaft, Kultur, Gewerbe, Bildung und Tourismus nachhaltig profitieren.
  • Weil neue Ideen mit Menschen und Mitteln des Parks besser umgesetzt werden können.
  • Weil der Naturpark ohne neue Schutzgebiete und Verbote auskommt.
  • Weil der Betrieb mit Mitteln von Bund, Kanton und Gemeinden verlässlich finanziert wird.
  • Weil andere Naturpärke zeigen: jeder investierte Franken lohnt sich mehrfach.

Welche Ziele hat ein NAturpark?

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Ein Naturpark stärkt in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Region und ihre Vorzüge. Mit einem Naturpark wird die Qualität von Natur, Kultur, und Landschaft erhalten und aufgewertet. Ein Naturpark fördert eine nachhaltig betriebene Wirtschaft, stärkt den natur- und kulturnahen Tourismus, vernetzt Akteure und leistet einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird damit langfristig erhalten und gezielt weiterentwickelt.

Steht dann In einem Naturpark alles unter Schutz?

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Nein, ein Naturpark ist kein Reservat, in dem alles unter Schutz gestellt wird. Dies wäre in einem Nationalpark der Fall, in die Natur in der Kernzone streng geschützt werden. Ein Naturpark ist kein Nationalpark - dieser Unterschied ist entscheidend. Ein Naturpark hat keine neuen Vorschriften oder Gesetze zur Folge, insbesondere gibt es deswegen keine Einschränkungen der Bewegungsfreiheit (Tourismus, Freizeit) oder bei Jagd und Fischerei, Land- und Alpwirtschaft oder Forstwirtschaft.  Die Gemeindeautonomie bleibt unangetastet.  Die Erneuerung von bestehenden und die Errichtung von neuen Infrastrukturen sind innerhalb des bereits geltenden gesetzlichen Rahmens auch in einem künftigen Naturpark erlaubt und erwünscht.

Welche Vorgaben muss ein Naturpark erfüllen?

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Die Bedingungen für die Errichtung eines Regionalen Naturparks sind in der Schweiz im Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzgesetz und in der entsprechenden Pärkeverordnung geregelt. Ein Naturpark ist ein grösseres, teilweise besiedeltes Gebiet, das sich durch seine natur- und kulturlandschaftlichen Eigenschaften besonders auszeichnet. Ein Naturpark setzt in den Bereichen Natur und Landschaft, nachhaltige Wirtschaft, Bildung und Kultur sowie Forschung Projekte um und hat dies gegenüber Bund und Kanton, die den Naturpark massgebend finanzieren, auch nachzuweisen. Weitere Informationen gibt es beim Netzwerk Schweizer Pärke.

Was ist eigentlich der Rätikon?

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Geologisch gesehen ist der Rätikon eine Gebirgsgruppe, die durch die Flüsse Landquart, Rhein, Ill und die Verbindung über das Schlappiner Joch begrenzt wird. Seit jeher ist der Rätikon aber auch aus einer kulturellen und gesellschaftlichen Sicht ein einheitlicher Raum, welcher heute durch die Grenzen in drei Länder aufgeteilt wird.

Warum ein grenzüberschreitender Naturpark?

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Das Prättigau und das Montafon haben in den letzten Jahren schon mit kleineren grenzübergreifenden Projekten sehr positive Erfahrungen gemacht. Miteinander Reden und gemeinsam Handeln bringt viel, davon können Mensch und Natur gleichermassen profitieren. Zudem ist eine solche Zusammenarbeit über drei Länder einmalig und nur schon deshalb ein selbstbewusstes Zeichen einer Bergregion.

wird das nicht zu kompliziert?

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Ein internationaler Naturpark über drei Länder führt zwangsläufig zu einer komplexeren  Organisation als ein Naturpark, der sich auf ein Land begrenzt. Ein besonderes Gewicht wird deshalb auf die Organisationsentwicklung gelegt. Der Internationale Naturpark Rätikon kann mit einem grossen Haus verglichen werden, in dem die drei beteiligten Teilregionen Prättigau, Vorarlberg und Liechtenstein je einen eigenen Raum beziehen und diesen ausstatten. Die internationale Ebene ist dann das starke Dach dieses Naturpark-Hauses und spielt eine massgebende Rolle.

Was kostet der Naturpark? Und Wer bezahlt?

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In den ersten drei Jahren (Errichtungsphase ab 2022 ) soll das Teilprojekt Prättigau des Naturparks Rätikon mit 1 Mio. Franken pro Jahr finanziert sein. In der Betriebsphase ab 2025 wird mit 1,5 Mio. Franken pro Jahr gerechnet. Davon hätten die Gemeinden zusammen Fr. 250'000  beizutragen. Im normalen Betrieb wird dann mit Beiträgen von Bund und Kanton in der Höhe von 1 Mio. Franken pro Jahr gerechnet - das sind zwei Drittel des Budgets.  Ein Sechstel käme von den Gemeinden, ein weiteres Sechstel von Dritten (zum Beispiel separat finanzierte Projekte, die über den Park geführt werden).

Ein Beitrag von Fr. 250'000 aller Prättigauer Gemeinden bedeutet, dass pro Einwohnerin oder Einwohner Fr. 16.50 zu bezahlen wären. Der Kostenverteiler wird unter den Gemeinden ausgehandelt. Weil verschiedene, heute bereits regional finanzierte Aufgaben in Zukunft vom Naturpark übernommen werden sollen (siehe nachfolgender Punkt), führt  dies allerdings bei den meisten Gemeinden nicht zu Mehrausgaben.

Wer macht dann was im prättigau?

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Teure und ineffiziente Parallelstrukturen sollen im Prättigau vermieden werden.  Deshalb soll der Naturpark die Aufgaben der Regionalentwicklung und der Kulturförderung für das Prättigau in Zukunft von der Region Prättigau/Davos übernehmen. Im touristischen Bereich soll die Marketingorganisation Prättigau Tourismus in den Park überführt werden; in Zukunft soll der Naturpark Rätikon das Prättigauer Aushängeschild für die Gäste sein.

Im Naturpark haben weiterhin die Gemeinden das Sagen. Sie sind die Mitglieder des Trägervereins, der für die Führung des Naturparks gegründet werden muss und bestimmen auf der strategischen Ebene.

spüren wir vom Naturpark auch etwas im Portemonnaie?

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In einem Naturpark wird nicht nur Geld ausgegeben. Im Gegenteil: die Projekte, Produkte und Angebote führen zu direkten und indirekten Einnahmen, welche die Ausgaben deutlich übersteigen. Zuletzt zeigte eine Wertschöpfungsstudie der ETHZ anhand anderer Naturpärke auf, dass hier jeder Franken klug investiert ist. In Form von Erlösen für Produkte, Dienstleistungen, Arbeitsleistungen und Investitionen fliessen bis zu sechs Franken zurück in die Region. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist also für die beteiligten Gemeinden sehr attraktiv.

Die erwähnte Studie findet sich hier.

Wer entscheidet über das parkprojekt?

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Ein Naturpark kann gemäss Gesetzgebung nur errichtet werden, wenn die Gemeinden diesen Plänen zustimmen. In allen Prättigauer Gemeinden wird deshalb Anfang März 2021 an Gemeindeversammlungen oder in einer Urnenabstimmung (Grüsch, Klosters-Serneus, Schiers) beschlossen, ob der Naturpark ab 2022 für drei Jahre errichtet wird oder nicht. Bei Zustimmung geht das Projekt zur weiteren Genehmigung dann weiter an Kanton und Bund.

Lehnt eine Gemeinde die Naturpark-Vorlage ab, so ist sie mit ihrem Gemeindegebiet im Naturpark nicht dabei. Eine Gemeinde kann also nicht von anderen Gemeinden überstimmt werden.

Einmal Naturpark - immer Naturpark?

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Ein Naturpark wird nicht für eine unbeschränkte Dauer errichtet und betrieben. Bereits Anfang 2024 hätten die Schweizer Parkgemeinden darüber zu entscheiden, ob der Naturpark Rätikon vom Kandidaten ab 2025 zu einem Regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung werden und  damit in eine zehnjährige Betriebsphase gehen soll. Danach muss das Label alle zehn Jahre erneuert werden, dabei haben die Parkgemeinden  in Abstimmungen immer das letzte Wort.

Wer steckt eigentlich hinter dem Projekt?

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Das Naturpark-Projekt wurde ab 2016 von der Regionalentwicklung Prättigau / Davos initiiert und vorangetrieben, um verschiedene Ziele der regionalen Standortentwicklungsstrategie zu erreichen. Das Projekt ist also ein Vorhaben der Gemeinden. Nach Vorabklärung (2017) und Machbarkeitsstudie (2019) liegt nun 2020 der Managementplan vor. Im Auftrag der Gemeinden ist eine Kerngruppe, bestehend aus den vier Gemeindepräsidenten Nina Gansner (Seewis), Christian Kasper (Luzein), Kurt Steck (Klosters-Serneus), Ueli Thöny (Schiers) sowie Regionalentwickler Georg Fromm verantwortlich.  Mit der Erarbeitung von Machbarkeitsstudie und Managementplan wurde die Forschungsgruppe für Tourismus und nachhaltige Entwicklung der ZHAW beauftragt (Leitung:  Prof. Dr. Stefan Forster,  Dr. Birgit Reutz).

Weitere Fragen?

Ausführlich informieren wir mit unserer Broschüre "Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Projekt", die wir im Rahmen der Machbarkeitsstudie 2019 publiziert haben. Auf der Website des Gesamtprojekts Internationaler Naturpark Rätikon sind alle erarbeiteten Dokumente einsehbar. Gerne können Sie uns auch per Mail kontaktieren.